Einmal alles

Star Wars Logos

Am 10. Dezember 2020 gab es ein Feuerwerk der Ankündigungen für Anhänger des Krieg der Sterne – Silvester kann unbesorgt abgesagt werden. Beim Disney Investor Day präsentierte der Konzern seine Pläne für die kommenden Jahre. Im Bereich Star Wars beinhaltet dies einen massiven Ausbau des Angebots vom Streamingdienst Disney+, aber auch neue Kinofilme. Serien, Specials, Live-Action, Animation – die Bildschirme werden glühen.

Einmal der Reihe nach:

The Mandalorian – Die Serie um einen mandalorianischen Kopfgeldjäger wird fortgesetzt. Keine große Überraschung, ist die dritte Staffel doch schon jetzt, während sich die zweite ihrem Ende nähert, Inhalt vieler Fangebete. Baby Yoda heißt nun Grogu, ist aber immer noch Internets Darling.
Hypelevel: hart wie Beskar

Andor – Abermals keine Überraschung, da schon bekannt. Eine Live-Action-Serie mit Diego Luna in seiner Rolle als Cassian Andor aus dem Spin-Off Rogue One. Spielt vor ebendiesem, das wiederum kurz vor Episode IV von 1977 spielt. Also in der Zeit des Imperiums mit ihren Sturmtruppen, Tie Fightern und vielleicht auch Darth Vader und dem Imperator.
Hypelevel: 3000

Obi-Wan Kenobi – Ebenfalls seit einer Weile angekündigt und noch viel länger als Gerücht existent. Wie bei Andor wurde aber erst jetzt der Name enthüllt. Zudem: Dass die „Eventserie“ (Miniserie) 10 Jahre nach Episode III spielt – in den dark times, zur Zeit der Herrschaft des Imperiums. Bemerkenswert: Hayden Christensen, Darsteller des Anakin Skywalkers in den Prequels (Episode I-III), wird in dieser Rolle bzw. als Darth Vader zurückkehren, ja, es soll sogar zu einem weiteren Duell der einstigen Freunde kommen.
Auf dieses Ding warten die Fans schon lange, daher Hypelevel: mehr als 20.000 Midichlorianer

The Bad Batch – Die letzte der bereits bekannten Serien, Animation im Stile von The Clone Wars, wie dank eines mächtigen Trailers deutlich wurde. Durchaus passend, da die Trickserie in der Timeline direkt an das erfolgreiche TCW anschließen wird. Im Fokus stehen die Klonsoldaten des Bad Batch, die in der letzten Staffel der noch von George Lucas konzipierten Klonkriegsserie ihren ersten Auftritt hatten. Leider ohne dabei sonderlich zu überzeugen. Hoffentlich können Optik und die spannende zeitliche Einordnung – der Beginn des Imperiums – das ausgleichen.
Hypelevel: geklonte 3000

Ahsoka – Eine halbe Überraschung nur, da der erste Live-Action Auftritt der beliebten Animationsfigur Ahsoka Tano in der zweiten Staffel von The Mandalorian entsprechende Gerüchte einer eigenen Serie nährte. Rosario Dawson verkörpert die ehemalige Schülerin Anakin Skywalkers mit den zwei weißen Lichtschwertern.
Hypelevel: Klonkriegsknallbonbon

Rangers Of The New Republic – Ganz neu, ganz unerwartet! Eine Serie, die wie Ahsoka zur Zeit von The Mandalorian, also der Neuen Republik, spielen und somit wohl gemeinsame Handlungsstränge ermöglichen wird. Vielleicht mit der aus den Abenteuern des Kopfgeldjägers bekannten Cara Dune?
Hypelevel: Galaxy Rangers Gedächtnisgranate

Lando – Gerüchte gab es, Gewissheit gewiss nicht. Eine Serie um Lando Calrissian, Han Solos alten Schurkenkumpanen. Viel mehr ist nicht verraten worden; auch nicht, ob Lando-Darsteller Donald Glover aus dem Spin Off Solo erneut die Rolle spielen wird.
Hypelevel: Idiot’s Array

The Acolyte – Ganz neuer, ganz unerwarteter! Das hat keiner kommen gesehen. Wann? In der Ära der Hohen Republik, etwa 200 Jahre vor Episode I, die kürzlich erst erfunden wurde und zunächst mit bald erscheinenden Romanen erkundet werden wird. Wer? Eine Schülerin der dunklen Seite. Was? Ein Mystery Thriller.
Hypelevel: Supersith

Visions – Japanische Animezeichner dürfen ihre Visionen von Star Wars in einzelnen Kurzfilmen präsentieren. Inhaltlich ein leerer Sternenhimmel, wahrscheinlich unabhängig vom etablierten Kanon. Und sehr spannend.
Hypelevel: Akira sagt ja!

A Droid Story – Droiden, das heimliche Herz vom Krieg der Sterne. Allen voran natürlich R2-D2 und C-3PO. Das metallische Duo in einem animierten Abenteuer, dessen Held jedoch eine neue Figur sein wird.
Hypelevel: Doo-weep bleep whoop-whoop!

Rogue Squadron – Auch das kommt unerwartet: Ein Kinofilm um X-Wing-Piloten! Anvisiert als Erscheinungsjahr ist 2023, wen die Piloten anvisieren, bleibt noch unklar. Ist der Film wirklich nach Episode IX angesiedelt, wie das offizielle Statement bisher vermuten lässt? Regie führen wird Wonder Woman-Regisseurin Patty Jenkins.
Hypelevel: Feuer frei!

Eines noch übrig ist: Das Film-Projekt von Taika Waititi. Ein unkonventionelles 3D-Logo verrät nicht viel, frisch und unerwartet soll das Werk des Thor: Ragnarok-Regisseurs sein.
Hypelevel: Überraschungseiparty

Es brechen goldene Zeiten an für Star Wars-Fans, oder noch goldenere, je nachdem. Sicher ist wohl, dass für jeden etwas dabei sein müsste, dass verschiedene Epochen der weit, weit entfernten Galaxis abgedeckt werden und verschiedene Genres und Formate bedient. Die Zukunft kann nicht schnell genug beginnen.

Update:

Die hier vorgestellte Schar an Star Wars-Content für Disney+ war natürlich noch nicht genug. Daher haben Disney/Lucasfilm mittels einer Post-Credit-Scene in der letzten Folge der zweiten Staffel von The Mandalorian nachgelegt und The Book of Boba Fett angekündigt: Eine Serie um den Kopfgeldjäger aller Kopfgeldjäger, die im Dezember 2021 starten wird. Wo ist die Zeitmaschine?

The Book of Boba Fett Logo

Rezension: Versengold – Nordlicht (Märchen von morgen Edition)

Es ist fast ein neues Album, das Versengold aus Bremen hier abliefern: Sieben neue Songs ergänzen das bisherige Material vom 2019 erschienenen Nordlicht, dazu enthält das Digipack eine 17 Stück starke Live-CD mit Aufnahmen des letztjährigen Tour-Abschlusses in Hamburg.

Die seit 2003 spielende Band hat sich im Laufe der Jahre von der Mittelalterszene hin zum Folk-Rock irischer Prägung mit leichten Punk- und Metaleinflüssen entwickelt. Treibend tanzbar und schwermütig, das sind die Pole, zwischen denen Versengolds Musik pendelt. Dabei immer eingängig, so sehr, dass es dem ein oder anderen die gut geschriebenen Texte verhageln wird. Der Youtube-Hit Thekenmädchen z.B. könnte beinah auch im Kölner Karneval funktionieren, vielleicht von Brings interpretiert, was natürlich nichts Schlechtes ist – nur zur Einordnung.

Lyrisch wird auf Nordlicht ein interessantes Spektrum geboten, neben den alkoholgeschwängerten Partystücken haben etwa Exkurse in die Geschichte der norddeutschen Bandheimat ihren Platz in Versengolds Kosmos. De rode Gerd erzählt schaurig-schön von einem Schmugglerkönig, Winterflut 1717 düster-tragisch von ebenjener Naturkatastrophe. Erinnere Dich (Ein Lied das nicht vergisst) und Schöne Grüße von Zuhause, eines der neuen Lieder, führen zurück in die nicht immer einfachere Gegenwart.

Solche Themen – Demenz, Coronakrise – souverän kitschfrei zu bearbeiten, ist bei dem hohen Popfaktor leider nicht selbstverständlich. Bonuspunkte gibt es für die schön verpackte, dennoch klare Ansage in Braune Pfeifen. Macht mit ordentlich Druck und punkigen Backing Vocals auch musikalisch richtig Laune.

Unter den neuen Songs besetzen Lied für Oma und Mach noch ’ne Runde die atmosphärischen Gegensätze Melancholie und Humor – beides allerdings langsame Nummern. Der Titeltrack dieser Edition, Märchen von morgen, stellt den Tiefpunkt des Albums dar, gefällig-belangloser Deutschpoprock mit zartem irischen Einschlag als Alleinstellungsmerkmal, für’s Langweilradio gemacht. Mit Mondlicht geht es erst wieder aufwärts, bevor Lichterloh sich Pur annähert. Das kompakt auf den Punkt gespielte Instrumental Thekentune lässt diese Gratwanderung zum Glück schnell hinter sich. Die stärksten Songs sind jedoch die bereits bekannten.

Wirklich lohnenswert macht die Märchen von morgen Edition im Vergleich zum bisher erhältlichen Nordlicht das beigelegte Live-Album. Sänger Malte Hoyers Charisma bleibt auch nach dem langen Weg der Konzert-Aufnahmen ins heimische Wohnzimmer erlebbar, die Atmosphäre beim Tourfinale stimmt in Corona-Zeiten wehmütig und der Sound ist tadellos.

Nordlicht – Märchen von morgen Edition erscheint am 24. Juli 2020 via Sony Music.

Foto: Nikkita Luennenmann

Rezension: Hank von Hell – Dead

Hank von Hell war irgendwann wohl mal nur als Hans Erik Dyvik Husby bekannt, bevor er sich u.a. Hank von Helvete nannte und Frontmann der norwegischen Punk ’n‘ Roll Legende Turbonegro war. Als Hank von Hell bespielt das Multitalent mittlerweile solo die Bühnen des Rock. Nach Egomania ist Dead sein zweites Album.

Und das knallt! Poppiger Metal, großer Pathos, Glitter rieselt von den Noten, Stimmungsrefrains, das kann er einfach, der Hank. Richtig gefährlich wird’s daher nicht, das besorgt ja schon seine Optik. Dick und kunterbunt rund produzierte Hymnen für die Party im Club oder in der großen Halle gibt’s dafür reichlich, meist schnell und treibend, eigentlich immer mitsingbar.

Natürlich ist dieser melodiöse Mix ein bisschen künstlich, darum geht’s ja auch. Das hier ist nicht von der Straße, das ist für die ESC-Bühne zu Ehren Lordis – oder größtenteils zum Glück doch eher für die Rockdisse. Disco heißt auch ein Song, der entspannt vor sich hinfließt, die Füße über den glatten Boden gleiten lässt, bis er in einen überlebensgroßen Refrain explodiert. Titeltrack Dead, stimmungsvoll eingeleitet vom Albumopener Ad Conteram Incantatores, bietet sphärische Chöre, die für extra Glamour sorgen und kernige, den Song erdende Gitarrenarbeit. Die sowieso auf Albumlänge stark ist, nicht nötig, da noch etwas besonders hervorzuheben.

Immer vorne, auch bei den Stücken mit Gastvokalisten, ist Hank von Hells markante Stimme, die einem nicht gefallen muss und die sich keinen Platz im Rockolymp ersingen wird – aber schon zahllose Herzen erobert hat. Das dreckig-schnoddrige darin kontrastiert effektiv mit den immer wieder ins Kitschige driftenden Gitarrenriffs und Solos, die im 80er Hair Metal auch groß rausgekommen wären. Beides für sich geil, zusammen geiler.

Ob die Mische stets ausgewogen ist oder doch zu sehr in eine Richtung dröhnt, bleibt vor allem Geschmackssache. Auf Dauer könnte es zu süßlich wirken. Dadurch aber auch reichlich Publikum ansprechen. Dass die Scheibe erfolgreich wird, ist somit keine gewagte Aussage.

Dead erscheint digital am 15. Juni, physisch am 19. Juni 2020 via Sony Music.

Rezension: Heavysaurus – Retter der Welt

Wer kennt noch Die Dinos? Diese TV-Serie aus den frühen Neunzigern über das Leben einer von tollen Puppen verkörperten Dinosaurierfamilie, das dem einer typischen amerikanischen Mittelstandsfamilie erstaunlich glich? Wenn man sich statt einer Familie mit anarchischem Baby eine fünfköpfige Rockband vorstellt, kommt man dem Konzept der Heavysaurus schon recht nahe.

In aufwändige, cartoonige Kostüme gesteckte Musiker spielen klassischen Heavy Metal und Hardrock für ein sehr junges Publikum (3-10 Jahre), in der Hoffnung, dass auch die Eltern Gefallen daran finden. Neben der hohen Melodiösität, dem Vermeiden von zu viel Härte und manchen lustigen musikalischen Spielereien sind es vor allem die Texte, die Kinder ansprechen sollen. Heavysaurus bemühen sich dabei um eine große Bandbreite. Absurde und witzige Inhalte haben genauso Platz wie ernstere Themen. In Das letzte Mammut wird der Tod behutsam besprochen, Titelsong Retter der Welt motiviert zum Umweltschutz.

Vielfalt bestimmt auch die musikalische Umsetzung. Neben neu getexteten Coverversionen von Rock You Like A Hurricane (Dinos woll’n euch tanzen seh’n) und Eye Of The Tiger (Stark wie ein Tiger) gibt es auf dem Album 14 Songs, die zwar den melodischen, zahmen Spielarten des Metals überwiegend treu bleiben, innerhalb dieser Grenzen durch variables Songwriting, verschiedene SängerInnen (z.B. Gaststar Doro) und ein paar exotische Ideen aber Abwechslung bieten. Balladen gibt es kaum, dann dafür umso kitschiger, vor allem Die Waldfee.

Das alles ist hochprofessionell und clever umgesetzt. Entscheidend ist, wie es beim Zielpublikum, den lieben Kleinen ankommt. Das kann ich aus Mangel an solchen aktuell nicht beurteilen. Einen Versuch, den Nachwuchs so an energetischere Gitarrenmusik heranzuführen, ist es aber sicher wert. Rolf Zuckowski war gestern.

Retter der Welt erscheint am 27. März 2020 via Europa/Sony Music.

Foto: Susanne Mueller

Rezension: Ozzy Osbourne – Ordinary Man

Mit seinen 71 Jahren ist Ozzy Osbourne längst im Mainstream angekommen. Das demonstrieren eindrucksvoll die Stargäste auf dem ersten Soloalbum des Black Sabbath Frontmannes seit zehn Jahren: Beim Titelstück Ordinary Man singt Sir Elton John mit, Hip-Hop-Held Post Malone ist bei gleich zwei Tracks stimmlich vertreten, auf einem davon rappt auch noch Travis Scott.

Anbiederung an den Zeitgeist? Vielleicht; hätte man sich auf jeden Fall sparen können, denn am meisten Spaß machts, wenn Ozzy die Songs alleine trägt. Was man so natürlich nicht sagen kann, denn die Musiker an den Instrumenten darf man keineswegs unterschlagen. Auch hier Superstars am Start: Duff McKagan (Guns N‘ Roses) Chad Smith (Red Hot Chili Peppers), Tom Morello (Rage Agains The Machine), Slash. Entsprechend gibt’s insgesamt eher Rock als Metal zu hören.

Ein Totalausfall wie Dreamer von 2001 ist nicht dabei, die Ballade mit Elton Johns Beteiligung ist trotzdem ein Tiefpunkt, was nicht an der Gesangsleistung des Pop-Schwergewichts und erst recht nicht am Gitarrensolo liegt. Umso größer der Kontrast zum verzerrten Goodbye direkt davor, das plötzlich drauflos brettert und synchron das Rockherz schneller schlagen lässt. Auch stark: Der schleppende Rocker Today Is The End mit seinem hypnotischen Refrain sowie das treibende Scary Little Green Men. Soweit die Anspieltipps.

Mit Holy For Tonight wechselt der Altmeister noch mal in den Balladenmodus, das Stück profitiert aber vom schönen Refrain und der mal wieder coolen Sologitarre. Zum Abschluss folgen die beiden Tracks mit Post Malone, von denen der erste auf schnellen, schrägen Krach setzt und sich der zweite, Take What You Want mit Travis Scott, schon deutlich vom Rest der Platte abhebt. Trap- bzw. Cloud Rap-Einflüsse – kurz gefasst: überflüssig. Ja okay, schlecht ist das vielleicht nicht (aber nervig, sorry), würde nur eher auf ein Remix- als ein eigenes Ozzy-Osbourne-Album passen. Doch immerhin eilt am Ende abermals ein verliebenswertes Gitarrensolo zur Hilfe.

Eine Offenbarung? Nein, aber langweilig ist Ozzy auch im Rentenalter nicht geworden. Statt auf aktuelle Chart-Künstler sollte der Prince of Darkness sich aber vielleicht lieber auf seine eigenen Stärken, gar die Wurzeln besinnen. Ein Spätwerk von der Klasse dessen eines Johnny Cashs, das wäre etwas, was dieser Legende des Rock noch zu gönnen wäre.

Ordinary Man erscheint am 21. Februar 2020 via Sony Music.

Der letzte seiner Art

… soll dieser Clip sein, denn er ist der finale Trailer für die die Star Wars-Saga abschließende neunte Episode „The Rise of Skywalker“. Nun, Abschluss zumindest der Skywalker-Saga. Dass weitere Saga-Filme mit anderen Protagonisten kommen, ist ja quasi sicher. Und dass Star Wars in mannigfaltiger Form weitergeht, sowieso.

Doch hier nun ohne weitere Vorrede dieses feine Stück Krieg der Sterne-Historie, das zwar nicht mit einem Paukenschlag endet wie die beiden vorigen Teaser (Stichwort Imperator und Dark Rey), aber dennoch in angemessen feierliche Stimmung zu versetzen vermag: